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The Royal Navy and the German Threat 1901-1914 —— Admiralty Plans to Protect British Trade in a War Against Germany

----- 皇家海军和德国的威胁,1901-1914

ISBN: 9780199574032 出版年:2012 页码:197 Seligmann, Matthew S Oxford University Press

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内容简介

Introduction 1. Handelskrieg gegen England: German Plans to attack British Commerce in an Anglo-German War 2. Uncovering the Plan: British Intelligence on German Intentions 3. The Dawn of the Lusitania: Germany's Fighting Liners and the Cunard Agreement of July 1903 4. A 'Fighting Cruiser' to Hunt 'the German Greyhounds': The Origins of HMS Invincible Revisited 5. Testing Jurisprudence: Slade's Battle to Change the Laws of War at Sea 6. Establishing a Global intelligence System 7. Churchill's DAMS Epilogue Conclusion Bibliography Index

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GERARD LA TOURNERIE

01102014 Vital pre WW I history re the Strategic Naval Arms Race Between Imperial UK & Imperial Germany, precursor to 20th Century-WW I, Wash Naval Conf 1921, Inter War Years, WW II, Post WW II Cold War. GJC La Tournerie

J. Rupp

Als eine wesentliche Ursache für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird gerne auf die deutsch-britische Rivalität im Bereich des Schlachtschiffbaus verwiesen, die sich seit der Jahrhundertwende zwischen den beiden europäischen Großmächten zu entfalten begann. Der von Alfred von Tirpitz, dem Reichsmarineamt und dem Kaiser forcierte Aufbau einer Hochseeflotte habe Großbritannien erst dazu veranlasst, sich mit seinen alten Gegnern Frankreich und Russland zu arrangieren und sich ganz auf die deutsche Herausforderung zu konzentrieren. Demgegenüber sieht eine revisionistische Strömung in der Geschichtswissenschaft die Problematik völlig anders. Das Hauptaugenmerk der britischen Admiralität unter der Leitung von Admiral Sir John Fisher habe vielmehr auf den globalen See- und Kommunikationswegen des Empire gelegen. Deren potentielle Bedrohung durch andere Großmächte, zu denen Fisher primär Frankreich und Russland rechnete, sei der wahre Dreh- und Angelpunkt der strategischen Überlegungen im Vereinigten Königreich gewesen. Die Gefahr durch deutsche Schlachtschiffe sei von Fisher lediglich als ein sekundäres Problem eingestuft worden, welches sich durch den Einsatz von Zerstörern und U-Booten relativ einfach neutralisieren ließe. Einen dritten Interpretationsansatz arbeitet der Historiker Matthew Seligmann in der hier zu besprechenden Studie heraus. Für ihn hatte die Admiralität gute Gründe, um über das deutsche Verhalten besorgt zu sein. Die Gefährdung ging aber weniger von Tirpitz und seinen Schlachtschiffen aus. Sie beruhte stattdessen auf der sehr realen Möglichkeit eines Handelskrieges, in welchem die Kaiserliche Marine vor allem Hilfskreuzer mobilisieren und einsetzen würde. Insbesondere die modernen Passagierschiffe, welche von Norddeutschland aus die Transatlantik-Route befuhren, wurden in London mit wachsender Sorge betrachtet. Dank ihrer hohen Geschwindigkeiten waren sie prinzipiell in der Lage, dem britischen Seehandel enormen Schaden zuzufügen, da kein Kriegsschiff der Royal Navy schnell genug war, um sie abfangen zu können. Mit ihren Befürchtungen lagen die Briten keineswegs verkehrt. Der Admiralstab bereitete tatsächlich die Umwandlung der Kreuzfahrtschiffe in Hilfskreuzer vor. Allerdings sollte diese Transformation erst im Kriegsfall vollzogen werden. Die Admiralität ging fälschlicherweise davon aus, dass die deutschen Schiffe bereits in Friedenszeiten ihre Waffen verdeckt mit sich führen würden. Um dieser beunruhigenden Entwicklung entgegenzuwirken, beschloss man zunächst den Bau von eigenen Passagierschiffen, die es in Punkto Schnelligkeit mit der Konkurrenz aufnehmen konnten. Im Ernstfall sollten diese dann ebenfalls als Hilfskreuzer fungieren, um ihren deutschen Gegenspielern das Leben möglichst schwer zu machen. Die RMS Mauretania und die RMS Lusitania, welche im Ersten Weltkrieg noch eine traurige Berühmtheit erlangte, waren ausdrücklich für eine derartige Aufgabe konstruiert worden. Innerhalb der Admiralität gab es jedoch auch kritische Stimmen zu dieser Traumschiff-Lösung. Nicht wenige hochrangige Offiziere waren der Ansicht, dass alleine Kriegsschiffe zur Absicherung des britischen Seehandels geeignet seien. Admiral Fisher vertrat dieselbe Meinung, weshalb es schließlich zur Beschaffung von schnellen Schlachtkreuzern der Invincible-Klasse kam. Die Kreuzer dieser Klasse waren schwer bewaffnet, aber nur leicht gepanzert, was sie für Gefechte mit Schlachtschiffen unbrauchbar machte. Leider vergaß es Fisher, sich eindeutig über den beabsichtigten Verwendungszweck der Schiffsklasse zu äußern; ein Versäumnis, das sich bei der Skagerrakschlacht noch rächen sollte. Der Admiralstab setzte seine Hoffnungen für einen erfolgreichen Handelskrieg gegen England nicht nur auf die schnellen Transatlantikliner, von denen es einfach zu wenige gab. Auch langsamere Passagier- und Frachtschiffe wurden deshalb für die Umwandlung zu Hilfskreuzern vorgesehen. Dies blieb dem britischen Marinenachrichtendienst keinesfalls verborgen, weshalb man einen breiteren Ansatz zur Gefahrenabwehr benötigte. Hierzu gehörte der Versuch, seerechtliche Schranken für die Transformation von zivilen Schiffen zu Hilfskreuzern auf hoher See einzurichten. Die deutsche Seite wehrte sich vehement gegen solche Bemühungen, was in London den Verdacht verfestigte, dass Berlin gerade an solchen Plänen arbeitete. Zudem wurde ein weltweites Informationsnetzwerk errichtet, welches dazu diente, den deutschen Schiffsverkehr detailliert zu erfassen. Ehemalige Marineoffiziere, die unter dem Deckmantel konsularischer Tätigkeiten operierten, waren damit beauftragt, die Bewegungen potentieller Hilfskreuzer genau zu verfolgen. Mit Hilfe solcher Informationen würde es dann möglich sein, die eigenen Frachtschiffe zu warnen und gleichzeitig britische Kriegsschiffe zur gezielten Bekämpfung der feindlichen Schiffe einzusetzen. Diese Anstrengungen richteten sich im Vorfeld des "Großen Krieges“ ausschließlich gegen das Deutsche Reich und nicht gegen weitere Nationen. Wie Seligmann im Unterschied zu anderen Autoren betont, war Admiral Fisher bei der Implementierung des maritimen Informationsdienstes eher ein Hindernis. Anstatt dessen Ausbau zu beschleunigen, verzögerte er aufgrund persönlicher Animositäten und bürokratischer Grabenkämpfe den raschen Ausbau des Dienstes. Eine kosteneffiziente Antwort auf die deutsche Bedrohung des britischen Seehandels lieferte schließlich kein Geringerer als Winston Churchill. In seiner Funktion als politisches Oberhaupt der Admiralität kam er zu dem nachvollziehbaren Schluss, dass es deutlich zu teuer wäre, jeden Hilfskreuzer der Kaiserlichen Marine mit einem Kriegsschiff der Royal Navy zu kontern. Viel günstiger sei es, die eigene Zivilschifffahrt aufzurüsten. Die Bewaffnung sollte dabei gut sichtbar installiert werden, um die Verteidigungsbereitschaft der Schiffe unmissverständlich nach außen zu signalisieren. Churchills Initiative wurde zu einem großen Teil noch vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914 realisiert. Bei Kriegsbeginn zeigte sich dann, dass die Deutschen doch nicht so effektiv auf die Ausführung eines globalen Handelskrieges vorbereitet waren. In Whitehall hatte man nämlich die Differenzen und Spannungen zwischen dem Reichsmarineamt und dem Admiralstab kläglich vernachlässigt. Diese institutionelle Schwäche der Kaiserlichen Marine war es aber, die maßgeblich dazu beitrug, dass die Vorbereitungen zum Einsatz von Hilfskreuzern nicht im vollen Umfang durchgeführt werden konnten. Außerdem ergaben sich erhebliche Verzögerungen, weil die politische Führung in Berlin zunächst noch die Hoffnung hegte, Großbritannien von einem direkten Kriegseintritt abhalten zu können. Die Seestreitkräfte wurden daher angewiesen, vorerst alles zu unterlassen, was die Regierung in London provozieren könnte. Insgesamt gesehen ist es Matthew Seligmann hervorragend gelungen, die Reaktion der Admiralität auf die deutsche Gefährdung des britischen Seehandels zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufzuzeigen. Sein Buch ist absolut empfehlenswert. Jürgen Rupp

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